Kartierungskritische Sippe, da leicht übersehbar und witterungsabhängig (in trockenen Frühjahren und/oder bei niedrigem Grundwasserspiegel häufig Totalausfall). Der Rückgang im außeralpischen Südbayern beruht vor allem auf Melioration und Sukzession in Kalk-Flachmooren. An der unteren Isar hat sich die Grundwasserabsenkung negativ ausgewirkt. Zur Verbreitung in Schwaben siehe Oblinger (1986). Tendenziell stark gefährdet.
Anmerkungen aus Kommentierte Artenliste 2018 (Erläuterungen)
V 38, BayAtlas 24; RLBay, in fast allen bayerischen Regionen in starkem Rückgang, für den Bayerischen Wald Windmaißer 2016, >
Frische bis feuchte, teils quellige, seltener auch wechseltrockene, nasse oder periodisch überflutete, mäßig saure bis kalkreiche, basenreiche, humose Lehm-, Ton- oder Niedermoorböden an schattigen bis voll besonnten Standorten. Besiedelt werden feuchtes Extensivgrünland, Flach- und Quellmoore, die Randbereiche teilentwässerter, degenerierter Hochmoore, Borstgrasrasen, Halbtrockenrasen und Waldwiesen. Daneben ist O. vulgatum in quelligen Bereichen von Schafweiden und Viehtriften, in periodisch vernässten Mulden von Hainbuchen- und Erlen-Eschenwäldern sowie in Erlen- und Birkenbruchwäldern zu finden. Aufgelassene Abbaustellen wie Lehm- und Tongruben werden ebenfalls besiedelt. Seltener tritt die Art auch in wechselfeuchten Kiefernforsten auf. Die Gewöhnliche Natternzunge gilt als Kennart der Pfeifengraswiesen (Molinion caeruleae). Daneben kommt sie in anderen Molinio-Arrhenatheretalia-Gesellschaften vor, wie Fingerkraut-Quecken-Flutrasen (Agropyro-Rumicion), Feuchtwiesen nährstoffreicher Standorte (Calthion), Brenndolden-Wiesen (Cnidion dubii) und Hochstaudenfluren (Filipendulion).
Zeigerwerte nach Ellenberg
Lichtzahl
L:
7
= Halblichtpflanze
Temperaturzahl
T:
6
= Mäßigwärme- bis Wärmezeiger
Kontinentalitätszahl
K:
3
= ozeanisch bis subozeanisch
Feuchtezahl
F:
7
= Feuchtezeiger
Reaktionszahl
R:
7
= Schwachsäure- bis Schwachbasenzeiger
Stickstoffzahl
N:
2
= stickstoffarme bis -ärmste Standorte anzeigend
Salzzahl
S:
1
= schwach salzertragend
Lebensform
Lebensform:
G
= Geophyt
Blattausdauer
Blattausdauer:
S
= sommergrün
Soziologie
Soziologie:
5411
= Molinion
Bei fehlenden Informationen oder fehlender Karte siehe auch über-/untergeordnete Sippe. Bitte beachten Sie auch die Einleitungsseite zu den Steckbriefen.